Krankheiten alternativ behandeln

Brennessel – Gesundes Heilkraut für Körper und Küche

Hintergrund

Die große Brennessel (lat. Urtica dioca) ist in Europa beheimatet, kommt nahezu überall vor und gehört zur Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Sie blüht zwischen Juli und Oktober und erreicht eine Wuchshöhe von etwa 1,5 m. Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht wenigstens einmal aus Versehen mit Brennesseln in Kontakt gekommen ist und ihr typisches Brennen auf der Haut zu spüren bekommen hat. Das charakteristische Brennen und die roten Quaddeln (Bläschen) werden durch die Abwehrstoffe der Pflanze hervorgerrufen. Diese Stoffe befinden sich in den Brennhaaren der Brennnessel und schützen sie vor jedem, der ihr zu nahe kommt.

Bekannt geworden ist die Brennessel vor allem auch im Mittelalter, wo das „Nesselpeitschen“ sehr beliebt war und angeblich gegen Krankheiten wie Rheuma oder Gicht eingesetzt wurde. Heutzutage wird die Heilpflanze hauptsächlich innerlich angewendet, ohne unangenehmes Brennen oder Juckreiz zu verursachen.

Die Brennessel gedeiht überall dort, wo man auf nährstoff- bzw stickstoffreiche und feuchte Böden trifft, wie zum Beispiel an Waldränden, Böschungen, Teichen, Flüssen und an Tümpeln.

Eigenschaften

Die Heilwirkung der Brennnessel entsteht vor allem durch das harmonische Zusammenspiel der in der Pflanzen enthaltenen Substanzen wie: Flavonoide, Mineralstoffe wie Kalium und Eisen, Phytosterole, Vitamin A und C, Carotinoide und Acetylcholin.

Diese Stoffe haben unterschiedliche heilende Wirkungen und werden wie folgt zusammengefasst:

  • Entzündungshemmend
  • Harntreibend
  • Krampflösend
  • Adstringierend (zusammenziehend)
  • Immunsystemstimulierend und stoffwechselfördernd
  • Schmerzlindernd
  • Blutreinigend, blutstillend und blutbildend

Medizinische Verwendung

Zum medizinischen Einsatz kommen vor allem die Brennnesselblätter (Urticae folium), ebenso wie die Wurzeln (Urticae radix). Zunehmend aber auch die Samen bzw Früchte (Urticae fructus) der Pflanze. Die Haupteinsatzgebiete sind vor allem Harn- und Nierenbeschwerden sowie die Anregung des Stoffwechsels bei leichten Verdauungsbeschwerden. Da die Heilpflanze jedoch vielseitig ist, kommen auch noch andere Einsatzgebiete, die in Folge aufgelistet werden in Frage:

  • Als Frühjahreskur zur Entgiftung nach einem langen Winter (kann auch als Salat gegessen werden)
  • Bei gastrointestinalen Beschwerden
  • Bei leichten Harnwegsinfekten, Harnleitungsstörungen
  • Prostatavergrößerung und möglicherweise Prostatakrebs (wird wissenschaftlich noch diskutiert)
  • Zur Vorbeugung von Blasen- und Nierensteinen
  • Bei Sonnenbrand und leichten Verbrennungen
  • Zur unterstützenden Behandlung von Diabetes
  • Menstruationsbeschwerden
  • Chronische Gelenkerkrankungen, Rheuma
  • Gicht
  • Reizblase
  • bei Störung der Funktionen der Bauchspeicheldrüse und der Gallenwege
  • Insektenstiche
  • Durchblutungsstörungen
  • Nesselsucht, Hautjucken bzw allergiebedingte Hautbeschwerden – hierzu wird allerdings ausschließlich die kleine Brennnessel (urtica urens) verwendet
  • Kopfschuppen
  • Die Samen der Brennessel können bei Erschöpfungszustenden eingesetzt werden und spenden neue Kraft

Die Brennnessel kann im Handel als Presssaft, Brennnesseltee, Tabletten, Pulver (welches ebenso eine wertvolle Eiweißquelle ist), Tinktur, homöopathische Auszüge, Öl oder aber auch als Badezusatz erhalten werden.

Die in den Brennhaaren enthaltene Kiesel- und Ameisensäure die für das Brennen bzw den Juckreiz verantwortlich sind, werden durch kochen, dünsten oder trocknen der Blätter vor der Verwendung unschädlich gemacht. Beim Pflücken von Brennessel kann man ganz einfach Handschuhe tragen.

 

Vorbehalte

  • Überempfindlichkeit oder Allergie gegenüber Brennnesseln
  • Herz- und Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Ekzeme sowie offene, eiternde Wunden
  • Schwangerschaft und Stillzeit – da die Wirkung von Brennnesseln für diese Personengruppen noch wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt worden ist
  • Ödeme (Wassersucht)
  • Einige unerwünschte Begleiterscheinungen bei der Einnahme von Brennesseln: erhöhter Harndrang, akuter Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen und der Anstieg von Bilirubin und Transaminasen.
  • Bei bekannter Histaminintoleranz sollte die Einnahme von Brennnesselprodukten zunächst mit einem Arzt, Heilpraktiker und/oder Apotheker besprochen werden.


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