Krankheiten alternativ behandeln

Alternative Behandlung mit Akupunktur

Hintergrund

AkupunkturDas Wort „Akupunktur“ stammt aus dem Lateinischen und leitet sich von den Wörtern acus, Nadel und punctio, stechen ab. Die Akupunktur ist ein Teilgebiet der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und arbeitet mit feinen Nadeln, die in bestimmte Regionen des Körpers gestochen werden, um Krankheiten zu lindern oder vorzubeugen.

Die Akupunktur geht davon aus, dass sich sogenannte „Meridiane“ wie ein Netzwerk durch den Körper ziehen und diese das sogenannte Qi, also die Lebenskraft des Menschen enthalten. Diese Energiebahnen befinden sich unter der Hautoberfläche und sind mit den speziellen Akupunkturnadeln leicht zu erreichen. Es gibt zur Zeit um die 400 Akupunkturpunkte.

Die alten Chinesen glaubten daran, dass der Mensch nur völlig gesund sei, wenn die Lebenskraft oder das Qi harmonisch fließt. Fließt das Qi nicht harmonisch bzw ist gestört, dann treten Krankheiten bzw Schmerzen auf. Die Akupunktur sorgt also dafür, dass das Qi ungehindert fließen kann und eventuell vorhandene Blockaden gelöst werden. Der Energiehaushalt wird harmonisiert und die Selbstheilungskräfte des Patienten aktiviert. Die Wirksamkeit von Akupunktur wurde mittlerweile bewiesen und sie wird von der Schulmedizin als ergänzende Behandlung oft verwendet.

Wie Akupunktur wirkt

AkupunkturnadelWas die Akupunktur im Körper genau bewirkt wurde schulmedizinisch bisher noch nicht vollständig geklärt. Einige neuere Studien sprechen jedoch von der „Glückshormon“-Theorie. Diese Theorie deutet darauf hin, dass Patienten durch den Nadeleinstich vermutlich vermehrt Endorphin und Serotonin produzieren, welche die Stimmung aufhellen und Schmerzen lindern können. Durch das Einstechen der Nadel werden außerdem Bindegewebsfasern mobilisiert. Dieser Reiz wird sofort weitergeleitet und führt im Körper zu messbaren Reaktionen.

Die traditionelle chinesische Medizin, andererseits, erklärt die Wirkung der Akupunktur jedoch durch die energetischen Leitbahnen, die sogenannten Meridiane, die im gesamten Körper vorhanden sind. Die Nadeln stimulieren bestimmte Triggerpunkte entlang dieser energetischen Leitbahnen und lösen durch Stimulation diese Blockaden. Das angestaute Qi kann wieder ungehindert fließen und die natürliche Selbstheilungskräfte des Patienten werden reaktiviert.

Die Wirkung der Akupunktur auf den Gehirnstoffwechsel lässt sich mit Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie nachweisen. In den Bereichen des Hirns, die mit den stimulierten Akupunkturpunkten in Zusammenhang stehen, kann man eine erhöhte Aktivität verzeichnen.

Wirkrichtungen der Akupunktur auf einen Blick

Wann Akupunktur zum Einsatz kommt

  • Bei Abwehrschwäche, chronischen Entzündungen und Erkältungsanfälligkeit
  • Bei Lungenerkrankungen wie zum Beispiel chronische Bronchitis, Pseudokrupp, Heuschnupfen, Asthma, COPD und auch zur Rauchentwöhnung
  • Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Herpes zoster, Akne und Ekzemen. Aber auch bei schlecht heilenden, oberflächlichen Wunden auf der Haut
  • Bei orthopädischen Erkrankungen wie Rheuma, Arthrose, Schmerzen von Muskeln, Sehnen und Bändern, Fibromyalgie, Bandscheibenvorfällen, chronische Hüftgelenksschmerzen, Knieschmerzen, Karpaltunnelsyndrom etc
  • Bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Obstipation (Verstopfung), Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Magengeschwüre, bei Sodbrennen etc
  • Bei psychischen Beschwerden wie Depressionen, Angstörungen und Unruhezustände, Burnout-Syndrom etc
  • Bei Gesichtsnervenlähmung, Tinnitus, Trigeminusneuralgien
  • Bei gynäkologischen Beschwerden wie Regelschmerzen, Prämenstruelles-Syndrom, Beschwerden in den Wechseljahren, hormonell bedingter Migräne etc
  • Als Geburtsvorbereitung (leitet die Geburt schneller ein), bei Problemen in der Schwangerschaft.
  • Bei Adipositas und Essstörungen wie zum Beispiel Anorexie, Bullemie et
  • Bei Suchterkrankungen wie Alkoholismus und Nikotinsucht
  • Bei vegetativen Störungen wie Schlaflosigkeit und Blutdruckschwankungen
  • Bei Nahrungsmittelallergien
  • Bei postoperativen Schmerzen, um die Wundheilung zu beschleunigen
  • Als Begleittherapie bei einer Chemotherapie, um die bei der Chemotherapie entstehende Übelkeit zu lindern

Die Akupunkturbehandlung

Nadel im BeinAkupunkturbehandlungen finden meist in einem separatem Zimmer in einer Praxis statt. Die Behandlung erfolgt in der Regel im Liegen, kann aber auch im sitzen durchgeführt werden. Wichtig ist hierbei, dass der Patient ruhig liegt bzw sitzt und die Position während der gesamten Behandlung bequem beibehalten kann und der Patient entspannt ist. Sich viel zu bewegen ist während einer Akupunktursitzung nicht vorteilhaft, da abrupte Bewegungen die Positionen der Nadeln leicht verändern können und es unter Umständen zu leichten Schmerzen an den Einstichstellen kommen kann.

Hauptsächlich genutzt werden sterile Einwegnadeln aus Stahl, die in der Regel 3cm lang und 0,3 mm stark sind. Je nach Alter und Verfassung der Patienten kann die Wahl der Länge und der Stärke der Akupunkturnadeln jedoch variieren.

Je nachdem welche Beschwerden der Patient hat, werden diese Akupunkturnadeln anschließend an bestimmten Stellen des Körpers gesetzt. Einstichschmerzen sind entweder nicht vorhanden oder werden vom Patienten in der Regel nur schwach wahrgenommen. Je nachdem wo die Akupunkturnadeln gesetzt werden, können die Schmerzen variieren. Während der Behandlung selbst kann der Patient ein Ziehen, etwas Druck,ein leichtes Muskelzucken, Wärme, Spannung oder ein leichts Kribbeln spüren.

Die Nadeln verbleiben ungefähr 20-30 Minuten lang dort, wo sie eingestochen worden sind und werden anschließend vom Therapeuten wieder entfernt. Ein Ansprechen auf die Therapie ist in der Regel innerhalb der ersten fünf bis sechs Sitzungen feststellbar.

Akupunkturpunkte finden

Viele Akupunkturpunkte kann man an Muskel und Sehnenansätzen oder an Knochenvorsprüngen finden. Erkennen tut man einen Punkt daran, dass die Haut etwas weicher bzw feiner ist und an dieser bestimmten Stelle leichter nachgibt bzw empfindlicher ist.

Als Maßeinheit für Entfernung am Körper verweden die Chinesen das „Cun„. Ein Cun entspricht hierbei ungefähr die Dicke eines Daumens, 1,5 Cun Zeige- und Mittelfingerbreite, 2 Cun die gesamte Länge des Mittel- und des Endgliedes des Fingers und so weiter. Bei der Messung werden immer die Finger des Patienten genutzt, nicht die des Therapeuten.

Die Stichtechniken in der Akupunktur

In der Akupunktur werden zwei Stichtechniken unterschieden:

  1. Die Einhandtechnik: Hierbei wird die Nadel vom Therapeuten zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten und relativ schnell ungefähr 2-3 mm tief eingestochen. Mit leichtem Druck wird die Nadel in die Subcutis befördert und anschließend gedreht, gehoben oder gesenkt, um das Qi bzw die Lebensenergie in Fluss zu bringen.
  2. Zweihandtechnik: Hier wird die Nadel mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger gehalten. Die andere Hand spannt und fixiert die Hautregion, wo die Akupunkturnadel gesetzt werden soll. Die Nadelspitze wird dann leicht an die Haut rangeführt, berührt diese sanft und dann wird sie mit schnellen Hin- und Herbewegungen tiefer in die Haut eingeführt.

Vorbehalte

Abgeraten wird von Akupunktur bei:

  • Starken Gerinnungsstörungen
  • Schweren psychischen Erkrankungen (zum Beispiel Manie, Schizophrenie etc)
  • Bei Hauterkrankungen wie Ekzemen, Nesselsucht, Dermatitis
  • Bei Polyneuropathie und bestimmten Nervenkrankheiten mit Sensibilitätsstörungen
  • Bei Infektionskrankheiten
  • Bei Epilepsie (da ein epileptischer Anfall ausgelöst werden kann!)
  • Bei akuten Entzündungen, frischen Knochenbrüchen, akuter Ischialgie
  • Menstruation und Schwangerschaft

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Bei Verwendung einer nicht steriler Nadel können HIV-Viren oder Hepatitis B- und C übertragen werden!
  • An der Einstichstelle der Nadel kann es zu einem blauen Fleck kommen
  • Es kann sein, dass beim Einstich oder nach dem Entfernen der Nadel vereinzelt etwas Blut auftritt
  • Taubheitsgefühl und Schwindel
  • Schläfrigkeit, Benommenheit, muskelkaterähnliche Symptome


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