Krankheiten alternativ behandeln

Baldrian – Schlafförderung und beruhigend

Hintergrund

Baldrian (lat. Valeriana officinalis) ist ein klassische Heilpflanze die bei Nervosität und Schlafproblemen zum Einsatz kommt und wird für ihre entsprechend ausgleichende Wirkung überall geschätzt. Heimisch ist der Baldrian hauptsächlich in gemäßigten Zonen Asiens und in Europa, wird aber auch umfangreich in England, Belgien, Deutschland und Osteuropa angebaut.

Baldrianpflanzen blühen ungefähr von Mai bis September und können bis zu 1,8 m hoch wachsen. Sie haben zart duftende, rosa Blüten und werden deshalb auch gerne in Hausgärten kultiviert. Die Wurzeln des Baldrians hingegen riechen leicht streng und wenn man einmal an ihnen gerochen hat, erkennt man den Baldriangeruch mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft wieder. Die Pflanze wächst in der freien Natur gerne auf feuchten und nährtstoffreichen Wiesen und an den Ufern von Flüssen und Seen. In der Medizin werden hauptsächlich die Wurzeln (Valerianae radix) des Baldrians verwendet.

Eigenschaften

Baldrian enthält ätherisches Öl, Iridoide (Valepotriate), Sesquiterpene, Fettsäuren, Lignane, Alkaloide, Flavonoide und Zucker.

Diese Inhaltsstoffe wirken in erster Linie beruhigend, schlaffördend und krampflösend. Deshalb ist Baldrian eines der beliebtesten natürlichen Schlafmittel, vor allem weil er nicht zu Tagesmüdigkeit führt. Des weiteren besteht im Gegensatz zu chemischen Mitteln bei der Einnahme von Baldrian keine Suchtgefahr, welches ihn zu der besseren und sichereren Option machen.

Die Heilwirkung des Baldrian entsteht durch das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Substanzen, die in der Wurzel und teilweise auch in den Blüten enthalten sind. Die hauptsächlichen Wirkstoffe des Baldrians sind allerdings die ätherischen Öle, die wie bereits oben beschrieben für die sowohl krampflösende als auch muskelentspannende Wirkung verantwortlich sind.

Medizinische Verwendung

Baldrian galt früher unter Römern und Griechen als Allheilmittel und wurde bei vielen unterschiedlichen Beschwerden wie zum Beispiel Verdauungsprobleme, Gicht und Erkrankungen am Auge eingesetzt. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ungefähr wird Baldrian bei Schlafstörungen und Nervosität angezeigt. Baldrian wird üblicherweise in Tabletten- oder Tropfenform dargereicht.
Bei der Dosierung sollte man sich genaue Angaben anhand von Informationen zu Körpergewicht und Alter von seinem Heilpraktiker, Arzt oder Apotheker geben lassen.

Heutzutage gilt er immer noch als mildes Beruhigungsmittel und schonende Alternative für synthetischen Arzneimitteln, das sowohl die Einschlafzeit verkürzen als auch zu einer allgemeinen Ausgeglichenheit führen kann.

Indikationen im Überblick:

  • Einschlafstörungen, allgemeine Schlafstörungen und Rastlosigkeit
  • Angstzustände und nervös bedingte Unruhe
  • Nervös bedingte Magenbeschwerden
  • Reizbarkeit
  • Stress, Prüfungsangst und Lampenfieber
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Verspannungen und verkrampfte Muskulatur
  • Psychosomatisch bedingte Krankheiten wie zum Beispiel Magengeschwüre und Fibromyalgie
  • Menstruationsbeschwerden
  • Entzugserscheinungen beim Absetzen von Beruhigungsmedikamenten
  • Überarbeitung, geistige, Konzentrationsschwäche
  • Beschwerden in den Wechseljahren
  • Blähungen

Zur Schlafförderung wird Baldrian eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafen eingenommen. Es wird eine regelmäßige Einnahme und eine  Therapiedauer von mindestens zwei Wochen empfohlen, da sich die Wirkung von Baldrian eher langsam aber dafür stetig entfaltet.

Baldrian wird hauptsächlich in Form von Tropfen, Filmtabletten oder Dragées eingenommen. Es gibt allerdings auch weitere Darreichungsformen wie Baldriansaft, Kapseln, Bäder und Tees. Baldrian wird häufig mit anderen beruhigenden Arzneipflanzen kombiniert  (insbesondere mit Hopfen) da so die beruhigende Wirkung auf natürliche Weise optimiert werden kann.

Vorbehalte

  • Bei übermäßiger Empfindlichkeit oder Allergie auf Baldrian verzichten.
  • Aufgrund der unzureichenden wissenschaftlichen Belege ist eine Verabreichung während der Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber nicht angezeigt.
  • Baldrian wird in der Regel gut vertragen. Selten sind jedoch Magen-Darm-Störungen möglich.
  • Baldrian sollte nicht zusammen mit anderen Beruhigungs- bzw Schlafmitteln und auch nicht mit Alkohol eingenommen werden. Vorsicht ist außerdem bei anderen Stimulanzien geboten.


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