Krankheiten alternativ behandeln

Alternative Behandlung mit Chiropraktik

Was ist Chiropraktik?

Chiropraktik als HeilmethodeDer Begriff Chiropraktik kommt aus dem Altgriechischen und leitet sich von den Wörtern cheir und praxis ab. Auf Deutsch übersetzt bedeutet das in etwa Tätigkeit bzw Behandlung mit der Hand. Chiropraktik wird in Deutschland sowohl von  Ärzten als auch Heilpraktikern praktiziert und setzt eine Jahre lange Fortbildung voraus, um die bestmöglichen Resultate zu erzielen.

Anders als viele Patienten annehmen mögen, ist die Chiropraktik eine eher sanfte alternative Therapie und hat nichts mit dem sogenannten „Einrenken“ zu tun. Ziel dieser Behandlungsmethode ist es mit wenigen speziellen Handgriffen Gelenkblockaden – speziell in der Wirbelsäule und Becken – zu lösen und die Funktionsfähigkeit von Gelenken bzw Muskulatur zu optimieren.

Sind diese Gelenkblockaden oder Funktionsstörungen einmal gelöst, reduzieren sich Muskelverspannungen, Schmerzen und Druck auf die Spinalnerven (Nerven die von der Wirbelsäule aus in den ganzen Körper verlaufen). Nach der Justierung aktiviert der Körper so seine Selbstheilungskräfte und schafft optimale Voraussetzungen für eine stabile Gesundheit, da das Nervensystem nun störungsfrei kommunizieren kann und nicht etwa durch Fehlstellungen oder Blockaden gestört wird.

Funktioniert die Wirbelsäule einwandfrei, funktioniert auch das Nervesystem einwandfrei. Da das Nervensystem die Funktionen des Körpers steuert, wird dabei also angenommen, dass letztendlich auch der Körper davon profitieren kann und genauso einwandfrei funktionieren wird. Chiropraktik kann in der Regel bei Beschwerden des gesamten Bewegungsapparates eingesetzt werden. Sie konzentriert sich allerdings hauptsächlich auf das Zentrum des Körpers, die Wirbelsäule und das Becken.

Chiropraktik sollte außerdem nicht mit Chirotherapie verwechselt werden. Die Chiropraktik bedarf einer eigenständiger Ausbildung, während die Chirotherapie Teil eines Medizinstudiums, im Rahmen des Faches Orthopädie, ist.

Hintergrund

Chriopraktische BehandlungDie Chiropraktik wurde im 19. Jahrhundert von Daniel David Palmer begründet. Dieser hatte die Annahme, dass viele Krankheitsbilder, sowohl orthopädische als auch nicht-orthopädische (zum Beispiel auch psychische Krankheiten), durch die Fehlstellung der Wirbelgelenke in der Wirbelsäule verursacht würden und entwickelte dementsprechende Handgriffe, um diese zu korrigieren und die Gesundheit seiner Patienten wiederherzustellen. Heutzutage beschränkt sich die Chiropraktik jedoch meist auf die Behandlung orthopädischer Bereiche, also mit der Behandlung von reversiblen Störungen des Bewegungsapparates.

Ende des 19. Jahrhundert gründeten Daniel David Palmer und sein Sohn Bartlett Joshua Palmer das erste Lehrinstitut für Chiropraktik, «The Palmer College of Chiropractic» in Davenport, den Vereinigten Staaten von Amerika. Ihnen ist es also zu verdanken, dass die Chiropraktik nach und nach systematisiert und als Methode zur Wiederherstellung von Beweglichkeit in der Wirbelsäule und somit letztendlich als Therapie zur Prävention von vielen orthopädischen Krankheiten weiterentwickelt wurde.

Heutzutage ist die Chiropraktik allgegenwärtig und wird von vielen Ärzten und Heilpraktikern entweder als Alternative oder aber auch als wichtige Ergänzung zu chirurgischen Behandlungen eingesetzt. In manchen Fällen macht die Chiropraktik es sogar möglich auf chirurgische Eingriffe und Medikamente zu verzichten.

Die chiropraktische Behandlung

Bevor die eigentliche Behandlung beginnt ist es für jeden Chiropraktiker Pflicht erstmal eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) zu erheben und einen Patienten gründlich zu untersuchen. Es werden Fragen zu  gegenwärtigen Schmerzen, früheren Unfällen bzw Operationen und Erkrankungen gestellt. Daraufhin erfolgt eine körperliche Untersuchung die sowohl aus neurologischen als auch orthopädischen Tests besteht. Um Befunderhebungen zu bestätigen können zum Beispiel auch CT (Computertomographie) oder Röntgenanalysen zum Einsatz kommen.

WirbelsäuleIn der Behandlung selbst werden mögliche Wirbelfehlstellungen und Beckenschiefstände mit speziellen Grifftechniken sanft korrigiert, verschobene Gelenke wieder an ihren Platz geführt, Muskeln entspannt und dem Patienten erklärt, woraus diese sogenannten Subluxationen (verschobener Wirbel) und andere Störungen entstanden sind und wie man sie zukünftig durch zum Beispiel anschließende Krankengymnastik aber noch wichtiger durch Übungen zu Hause bzw mehr Sport im Alltag vermeiden kann.  Die chiropraktische Behandlung ist nur erfolgreich, wenn die Muskulatur – insbesondere die Rückenmuskulatur – im Anschluss der Behandlung gekräftigt wird. Diese Muskulatur stützt und entlastet die Wirbelsäule und ist der entscheidende Faktor für einen dauerhaften Behandlungserfolg und ein Leben ohne Schmerzen.

Erschrecken Sie sich während der Behandlung übrigens nicht, falls es mal zu lauten Knackgeräuschen kommen sollte. Es entstehen währendessen in der Regel keine Schmerzen. Versuchen sie sich stattdessen zu entspannen und die Glieder locker zu lassen. Sie unterstützen den Therapeuten so bei seiner Arbeit und es können schneller Erfolge erzielt werden. Die teilweise eingeklemmten Nervenstränge, wo der Wirbel vom Therapeuten vorher verschoben wurde, werden durch diese manuelle Korrektur wieder angemessen durchblutet und Sie werden sich anschließend befreit und wohler fühlen.

Ist all das geschehen, erfolgt anschließend noch eine kurze Besprechung über den weiteren Behandlungsverlauf. Eine Behandlung kann von wenigen Sitzungen bis zu mehrere Monate in Anspruch nehmen, je nachdem welcher Befund vorliegt. Außerdem muss sich das Gewebe nach und nach an die neuen Stellungen der Wirbel gewöhnen, welches ebenfalls eine bestimmte Zeit in Anspruch nehmen dürfte – geben Sie ihrem Körper die Zeit, die er zum Heilen benötigt.

Wann Chiropraktik zum Einsatz kommen kann

Die Chiropraktik beschäftigt sich, ähnlich wie die Chirotherapie mit der Beseitigung von Störungen bzw mit Wiederherstellung von physiologischer Beweglichkeit am Bewegungsapparat. Darüber hinaus beschäftigt sich die Chiropraktik jedoch auch mit Fehlfunktionen im Nervensystem und versucht Zusammenhänge herzustellen, da der Körper als Einheit betrachtet wird.

  • Bei Beinlängenunterschieden, Skoliose, Beckenschiefstand und Haltungsschäden im Allgemeinen
  • Bewegungseinschränkungen des Kopfes, der Arme und Beine
  • Hüft-, Knie- Fußbeschwerden, einschließlich Achillessehnenbeschwerden
  • Nackenschmerzen
  • Ischias 
  • Hexenschuss (Bandscheibenischias)
  • LWS-Syndrom
  • ISG-Syndrom
  • Kopferschmerzen und Migräne
  • akuter Schiefhals (Torticollis)
  • Kiefergelenkbeschwerden (CMD)
  • Blockierte Rippengelenke
  • Tennis-Ellbogen (Epicondylitis lateralis)
  • Golfer-Ellbogen (Epicondylitis medialis)
  • Rheumatische Beschwerden
  • Tinnitus und Schwindel
  • Schwangerschaftsempfängnis-Probleme, schwangerschaftsbedingte Rückenschmerzen (währenddessen und danach)
  • Bei Problemen mit dem Immunsystem, eingehend mit Müdigkeit und Infektanfälligkeit
  • Magen- und Verdauungsprobleme
  • Schlafstörungen, chronische Müdigkeit und Konzentrationsstörungen
  • ADHS, Haltungs- und Koordinationsstörungen bei Kindern
  • Sportverletzungen
  • Bei Schwächen des Immunsystems
  • Chronische Entzündungen
  • ADHS und Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • Bei Haltungs- und Koordinationsproblemen
  • Gynäkologische Beschwerden

Vorbehalte bzw Kontraindikatioen

  • Schwere Osteoporose (Knochenschwund)
  • Akute Bandscheibenvorfälle und Bandscheibenabnutzung
  • Arthrose
  • Krebs, vor allem Knochenkrebs
  • Knochenbrüche (Frakturen)
  • Spondylitis (Wirbelentzündung)
  • Spondylodiszitis (Entzündung einer Bandscheibe und beider angrenzenden Wirbelkörper) und andere Verletzungen der Wirbelsäule
  • Hämophilie (Bluterkrankheit)
  • Akute Infektionskrankheiten mit hohem Fieber
  • Zu den Nebenwirkungen einer chiropraktischen Behandlung zählen kurzfristige Sensibilität im behandelten Bereich (Muskelkater ähnlich) sowie ein leichtes Schwindelgefühl oder Benommenheit
  • Suchen Sie sich immer ausgebildeten Mediziner (Arzt oder Heilpraktiker) der eine Fortbildung in der Chiropraktik absolviert hat. Versuchen Sie niemals Blockaden von Laein lösen zu lassen. In sehr schweren Fällen können Fehlgriffe zu Bandscheibenvorfällen, Lähmungen oder gar zu Einrissen von Blutgefäßen (insbesondere der sich am Hals befindlichen Arteria vertebralis) führen.
  • Sollten Sie nach einer chiropraktischen Behandlung Schwindel, Schmerzen oder Nervenausfälle (bemerkbar durch Kribbelgefühle oder Taubheit), kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt oder Heilpraktiker.


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