Krankheiten alternativ behandeln

Holunder – Weisse Blüten mit vielseitiger Heilwirkung

Hintergrund

Der Holunder (lat. Sambucus) ist ein bis zu zehn meter großer Strauch oder  Baum mit cremeweißen, fruchtig-süß duftenden weißen Blüten und leuchtenden dunklen Beeren. Er stammt aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) und ist in Europa beziehungsweise Asien heimisch. Holunder genießt als Heilpflanze seit geräumiger Zeit ein hohes Ansehen, da Holunder nicht nur wohlschmeckendend sondern auch effektiv gegen Erkältungskrankeiten und eine Reihe vieler anderer Krankheiten eingesetzt werden kann.

Der weisse Holunder gehört zu den Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) und blüht ungefähr zwischen den Monaten Mai bis Juli. Früchte trägt der Holunderbaum ab August bis in den Herbst hinein. Da die Pflanze relativ anspruchslos ist, kann sie nahezu überall wachsen und gedeihen. Sie ist deshalb vielerorts wie zum Beispiel auf Waldboden, Wiesen und auch auf Feldern zu finden.

In der traditionellen Medizin werden alle Bestandteile des Holunderbaumes genutzt:  Rinde, Blätter, Blüten, Früchte und Wurzeln. Hauptsächlich aber die Blüten und Früchte. Die getrockneten Blüten schmecken leicht süßlich, die Beeren sind geruchlos und haben einen süß-sauren Geschmack. Sie erinnern leicht an Blaubeeren und schwarze Johannisbeeren.

Eigenschaften

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich vor allem in den Blüten und  in den Beeren des Holunderbaumes. Die Holunderblüten enthalten Flavonoide, ätherische Öle, Phytosterine, Schleim und Gerbstoffe. Diese Substanzen wirken antioxidativ, schweißtreibend, abwehrkräftigend und schleimlösend und sind somit besonders wirksam bei Schnupfen, Fieber und Erkältungskrankheiten im Allgemeinen.
Die Früchte enthalten außerdem viel wertvolle Vitamine wie zum Beispiel Vitamin A, B1, B2 und besonders viel Vitamin C, welches das Immunsystem wirksam unterstützt und stärken kann.

Des weiteren enthalten die Beeren Folsäure, Bitterstoffe, Tyrosin, ätherische Öle, Zucker und wirken aufgrund ihrer leicht abführenden Wirkung auch darmreinigend und entgiftend. Ein leicht wassertreibender Effekt wird ihnen ebenfalls zugeschrieben. Sie regen die Nieren dazu an, mehr Wasser auszuscheiden und können somit auch bei leichten Harnwegsinfekte Abhilfe verschaffen.

Medizinische Verwendung

  • Reich an Vitaminen und Mineralstoffen, sind Säfte aus Holunderbeeren wertvoll für die Stärkung des Immunsystems, insbesondere in kalten Jahreszeiten.
  • Die Blüten werden hauptsächlich für Erkältungskrankheiten, Husten, Fieber, Grippe, Schnupfen, Abwehrschwäche und Nebenhöhlenkatarrh verwendet. Ein Aufguss wirkt schweißtreibend und senkt das Fieber.
  • Die Früchte helfen auch bei Neuralgien wie zum Beispiel Trigeminusneuralgie oder aber auch bei Ischiasbeschwerden und Gürtelrose.
  • Kann äußerlich angewendet bei Hauterkrankungen helfen
  • Zur Entgiftung: Die Holunderblüten und die Blätter haben eine  schweiß-, harn- und leicht abführende Wirkung und können somit Giftstoffe aus dem Körper ausleiten.

Zum Einsatz kommen die Holunderblüten bzw Früchte in Form von Tee, pulverisiert in Dragees, als Extrakt in Tabletten oder als Auszug in Tinkturen und Säften. Die Tagesdosis liegt bei 10-15 Gramm getrockneter Blüten.

 

Vorbehalte

  • Das tolle am Holunder ist, es sind keine Risiken oder Nebenwirkungen bekannt. Bei übermäßigem Verzehr der Früchte (vor allem in rohem Zustand) kann jedoch Brechreiz auftreten.
  • Oftmals wird gefragt ob Holdunder giftig sei: Die rohen Beeren und andere Bestandteile der Pflanze sind zum rohen Verzehr nicht geeignet, da sie eine giftige Substanz, das Pflanzengift Sambunigrin, enthalten. Dieses Gift setzt Blausäure frei, welche Übelkeit, Erbrechen, Magenkrämpfe und teilweise schwere Durchfälle hervorrufen kann. Dies trifft bei sensiblen Personen wie Kindern, Schwangeren oder älteren Menschen auf. Werden die Beeren gekocht, zerfällt das Sambugrinin und wird somit unwirksam. Gekocht können die Beeren ohne Bedenken konsumiert werden.
  • Halten Erkältung und/oder andere Beschwerden an oder werden sogar schlimmer oder Sie haben hohes Fieber, dann müssen Sie immer einen Arzt aufsuchen und dies abklären lassen.



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