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Huflattich – das älteste Hustenmittel

Hintergrund

Huflattich, oder auf Latein Tussilago farfara ist in Deutschland und Europa allgemein heimisch und stammt aus der Familie der Korbblütler (Asteracea). Der wissenschaftliche Name leitet sich von den lateinischen Wörtern Tussis und ago ab, welche auf Deutsch übersetzt jeweils „Husten“ und „vertreiben“ bedeuten. Das Wort farfara bedeutet „bemehlt“ und weist auf die mit weißem Haarfilz bedeckten Blätter der Pflanze hin. Der Huflattich ist eine Arzneipflanze, die bereits in der griechischen Antike erfolgreich gegen Reizhusten und Erkältungen eingesetzt wurde und gilt somit als eine der ältesten Hustenmittel, die es gibt.

Die Blüten des Huflattichs haben eine strahlend Gelbe Farbe und fangen zusammen mit den Schneeglöckchen bereits im Frühjahr – ungefähr ab Februar – an zu blühen. Huflattich erreicht eine Wuchshöhe von ungefähr 10-30 cm und hat – wie der Name es bereits sagt – hufförmige Blätter.  Vorsicht jedoch, da Verwechslungsgefahr besteht: Die Blätter des Huflattichs sind leicht mit den Blättern der weißen Pestwurz (Petasites albus) zu verwechseln. Die Huflattichblätter sind allerdings etwas kleiner als die der Weißen Pestwurz und haben viele kleine „Zähne“ am Blattrand. Die Pflanze findet sich hauptsächlich an Weg- und Ackerrändern aber auch an Ufern.

Eigenschaften

Huflattich enthält Schleimstoffe in Form von sauren Polysacchariden und Inulin, Gerbstoffe, Triterpene, Steroide (z.B. Sitosterol, Campesterol), Flavonoide und Pyrrolizidinalkaloide.
Heutige Arzneimittel mit Huflattich wie zum Beispiel Tee oder Saft werden ausschließlich aus Huflattichblättern (Folium farfarae) hergestellt, da diese im Gegensatz zu den Blüten (Flos farfarae) frei von Pyrrolizidinalkaloiden (PA) sind.

Diese Inhaltsstoffe wirken wie beschrieben auf den Organismus:

  • Zusammenziehend (adstringierend)
  • Entzündungshemmend
  • Anregend
  • Schleimlösend bzw auswurffördernd
  • Schweißtreibend
  • Antibakteriell
  • Lokal fördert er die Gewebeheilung und wirkt beruhigend
  • Blutstillend

Medizinische Verwendung

  • Asthma
  • Bronchitis
  • Keuch- und Reizhusten, Kratzen im Hals, Raucherhusten und Heiserkeit
  • Husten mit sehr festsitzenden Schleim, Erkältungen im Allgemeinen
  • Brustfellentzündungen
  • Fieber
  • Entzündungen der Schleimhaut, Mund, Rachen und der Luftröhre
  • Augen- und Ohrenentzündungen
  • Lungenemphysem, Erysipel, Ulcus cruris und Kehlkopfentzündungen
  • Äußerlich kann Huflattichtee bei Hautproblemen, wie zum Beispiel Entzündungen, Hautunreinheiten, Verbrennungen, kleineren Schürfwunden oder als Umschlag verwendet werden
  • Trockene Kopfhaut und Schuppen
  • Magen-Darm-Beschwerden wie zum Beispiel Durchfall
  • Um den Stoffwechsel anzuregen

Coltsfoot - pflanzliche HeilmittelIn Deutschland findet Huflattich meist Verwendung in Hustentees bei Reizhusten, Bronchitis und Heiserkeit. Die in dem Huflattich enthaltenen Schleimstoffe wirken auf die gereizten Schleimhäute und beruhigen diese. Zu den verwendeten Pflanzenteilen gehören hauptsächlich die Blätter (Folium farfarae) entweder frisch oder getrocknet.
Früher nahm man die ganze Pflanze, insbesondere auch die Blüten. Allerdings enthalten diese höhere Mengen an Pyrrolizidinalkaloide, die in hohen Dosen lebertoxisch wirken können. Weitere Darreichungsformen sind: Tinkturen, Umschläge, Sirups und auch als Absud ist Huflattich einsetzbar.

 

 

Vorbehalte

  • Nicht bei vorhandenen Leberschäden, in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen
  • Von einer Langzeittherapie und Überdosierung wird aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide abgeraten. Pyrrolizidinalkaloide stehen im Verdacht leberschädigend zu wirken und krebserregend zu sein. Es wird empfohlen Huflattichtee nicht über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen (pro Jahr) hinaus einzunehmen.
  • Die Verwendung von Huflattich aus Wildsammlung sollte vermieden werden, da eine Überdosierung stark begünstigt wird.  Um tatsächliche Leberschäden davonzutragen, müsste Huflattich jedoch in hohen Dosen über viele Monate hinweg eingenommen werden. In angemessenen Dosen ist Huflattich also völlig bedenkenlos und als sicher einstufbar.


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