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Alternative Behandlung mit Hypnosetherapie

Was ist Hypnose?

Hypnosetherapie alternative behandlungHypnose leitetet sich vom Griechischen Wort hypnos ab und bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel Trance, Schlaf. Die Hypnose ist an sich nicht ganz eine eigenständige Therapie, eher viel mehr Bestandteil bzw eine Ergänzung vieler anderer Therapieformen. Die Hypnose unterstützt diese und vereinfacht oder gestaltet diese Therapien durch die Wirkung der Trance insgesamt effektiver. Bei der Hypnosetherapie oder auch Hypnotherapie genannt, werden die Wirkung von Trance und Suggestionen therapeutisch genutzt, um Heilungsprozesse des Patienten zu fördern. Der Hypnosezustand ist nichts anderes als ein Zustand tiefer Entspannung, in dem der Patient empfänglicher  für eine Therapie und den Therapeuten zu machen. Der Hypnosezustand wird häufig durch zum Beispiel die Augenfixationsmethode induziert.

Anders als im Volksglauben angenommen ist die Hypnose kein Zustand des tiefen Schlafes. Bei der Hypnose handelt es sich um eine Induktion eines Zustandes, der als tranceähnlich beschrieben werden kann. Der Patient verliert sein Bewusstsein nicht, sondern ist in einem Zustand wo das Bewusstsein für zum Beispiel Gefühle tatsächlich erhöhter ist. In diesem Hypnosezustand wird der Verstand sozusagen unterdrückt und die Gefühlswelt in den Vordergrund gerückt, damit der Therapeut mit dieser arbeiten kann.

Arten von Hypnose:

  1. Klassische Hypnose: Ist die bekannteste aller Hypnosemethoden. Sie wird auch überdeckte bzw „direkte Hypnose“ genannt. Es werden Suggestionen (Fremdbeeinflussung) angewendet, die sich direkt gegen bestimmte Symptome richten.
  2. Hypnose nach Milton H. Erickson: ist eine Methode, die hauptsächlich von Psychotherapeuten eingesetzt wird, um andere Therapieformen zu ergänzen und den Patienten für diese durch Hypnose zugänglicher zu machen. Bei dieser Methode hilft der Therapeut dem Patienten in eine hypnotische Trance zu gelangen und versucht ihn, sobald er in einem Zustand der Tiefenentspannung ist mit Metaphern, Sprachbildern, Analogien und vergleichbares auf neue Lösungsmöglichkeiten zu bringen. Was der Patient daraus machen möchte ist allerdings ihm überlassen. Der Therapeut zeigt lediglich Möglichkeiten auf und versucht den Patienten dazu zu bringen, Lösungen für sich selbst zu finden. Der Therapeut zeigt also gewisse Dinge auf, damit der Patient eine für ihn passende Selbsthilfestrategie eigenständig entwickeln kann.
  3. Aufdeckende oder analytische Hypnose nach Dave Elman und Gerhard Klein: Diese Art der Hypnose arbeitet nicht symptomorientiert, sondern versucht die Ursachen für eine Störung zu finden und diese aufzulösen.

Wie wirkt Hypnose?

Traurige PersonDurch die Fokussierung des Verstandes auf etwas Bestimmtes (zum Beispiel ein Pendel oder ein anderer Gegenstand) im Rahmen einer Hypnosetherapie, wird das Wachbewusstsein so stark verändert, dass es zugänglicher für Suggestionen (Fremdbeeinflussung, Willensbeeinflussung) wird. Der Patient der unter Hypnose steht, ist in diesem Zustand Suggestionen gegenüber offener und übt keine Kritik aus, sondern hört dem Therapeuten unbefangen zu.

Die Muskeln erschlaffen, der Blutdruck und die Atemfrequenz sinken, der Stoffwechsel und der Puls verlangsamen sich und es tritt während der Behandlung eine Tiefe Entspannung ein. Vereinfacht ausgedrückt, versucht die Hypnosetherapie sozusagen das Unterbewusstsein umzuprogrammieren. Negative Verhaltensmuster und Glaubenssätze sollen erkannt werden und durch neue, positivere ersetzt werden. Unter Hypnose wirken diese Suggestionen stärker als im Normalzustand, da der Patient in diesem Zustand für seine Gefühle empfänglicher ist und der Verstand weniger Kontrolle ausübt.

Man kann also sagen, dass Patienten in einer Hypnosesitzung mit Unterstützung eines erfahrenen Therapeuten lernen neue Lösungsmöglichkeiten intuitiv aufzudecken und negative Verhaltensmuster direkt am Ort der Entstehung, nämlich im Gehirn, zu verändern und umzuwandeln.

Suggestionen sind alle Informationen, die von Außen in den Geist dringen können. Ob man diese nun bewusst oder unbewusst wahrnimmt.

Die Behandlung mit Hypnose

Hypnose RäumlichkeitenWichtig ist es zu verstehen, dass Hypnosetherapie nichts damit zu tun hat, in einem tiefen Schlaf versetzt und vom Therapeuten manipuliert zu werden. Die Hypnose ist eher eine Art leichte Trance, in der sich der Patient seiner Umgebung noch bewusst ist, aber sein Wachbewusstsein so weit eingeschränkt ist, dass bestimmte Dinge nicht mehr vom Verstand bewertet, sondern einfach hingenommen werden.

Die Hypnosetherapie findet in einzelnen Sitzungen statt, meist im sitzen oder aber auch im liegen. Je nachdem, was für den Patienten angenehmer ist und ihm erlaubt sich während der Sitzung zu entspannen. Sobald der Patient es sich gemütlich hat, beginnt der Therapeut mit ruhiger Stimme detaillierte Anweisungen zu geben. Der Patient wird meistens dazu aufgefordert einen bestimmten Gegestand mit den Augen zu fixieren, bis er in eine leichte Trance gerät. Ist diese Trance erreicht, beginnt der Therapeut mit Bildern, Metaphern etc zu arbeiten und versucht negative Verhaltensmuster bzw Glaubenssätze zu lösen und umzuwandeln. Eine Hypnosesitzung dauert ungefähr 30-90 Minuten.

Wichtig für eine erfolgreiche Therapie ist vor allem die Compliance (Mitarbeit) des Patienten. Dieser muss gewillt sein, schädliche Verhaltensmuster zu erkennen und diese zu durchbrechen. Des weiteren ist eine gute Vertrauensbasis zwischen Patient und Therapeut ebenfalls notwendig und förderlich für die Therapie.

Wann Hypnose eingesetzt werden kann

  • Bei Angstörungen und Phobien
  • Bei Schlafstörungen
  • ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) / ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
  • Bei Kopfschmerzen und Migräne
  • Essstörungen (Bulimie / Anorexie / Adipositas / Binge-Eating etc)
  • bei Zwangstörungen, sexuellen Störungen, dissoziativen Identitätstörungen und Panikattacken
  • Bei Abhängigkeit und Substanzmissbrauch wie zum Beispiel Nikotinabhängigkeit, Alkoholmissbrauch und Drogenmissbrauch
  • Bei Depressionen, posttraumatischen Belastungen, Anpassungsstörungen und Hypomanie (eine abgeschwächte Form der Manie, also eine affektiven Störung die durch über gesteigerten Antrieb gekennzeichnet wird)
  • Amnesie (Störung des Gedächtnisses)
  • Bei Reizdarm und Fibromyalgiesyndrom
  • Adipositas
  • Bei Tics
  • Störungen des Sozialverhaltens, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen
  • bei Schmerzen (z.B. Tinnitus, Operationsschmerzen, Geburtsschmerzen, Schmerzen die in Zusammenhang mit Krebs auftreten etc)
  • Bei Infarkten
  • Multiple Sklerose
  • Bei Hypochondrie
  • Bei akuten Zahnschmerzen
  • Zur Geburtshilfe

Vorbehalte

Eine Hypnosetherapie wird bei folgenden Beschwerden nicht angezeigt:

  • Bei einer bestehenden Psychose (schizophrene Schübe, bipolare Störung etc)
  • Bei paranoiden Vorstellungen
  • Thrombosen (es besteht die Gefahr einer Embolie)
  • Erkankungen des zentralen Nervensystems
  • Bestimmte Arten von Depressionen, da sich der Zustand durch Hypnose verschlechtern kann (Näheres ist mit dem Arzt oder Heilpraktiker abzuklären)
  • Geistige Behinderungen
  • Bei Einnahme von Psychopharmaka – Hypnose kann die Wirkung dieser verändern.
  • Persönlichkeitsstörungen, da sie durch Hypnose kaum behandelt werden können.
  • Bei bestehender Schwangerschaft, da die Hypnose zur vorzeitigen Wehen führen kann. Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn Hypnose die Geburt unterstützen soll.
  • Bei Herzinfarkten oder einem Schlaganfall (wenn eins von beidem vor kurzem angefallen ist) da sich durch die Gefäßerweiterung ein Gerinnsel lösen und eine Embolie verursach werden kann.
  • Epilepsie und ähnlichen Anfallserkrankungen, da ein Anfall unter Umständen ausgelöst werden kann.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Auslösung von Manien, larvierten (versteckten) Depressionen, Psychosen, Retraumatisierung durch das „wiedererleben“ traumatischer bzw belastender Erlebnisse im Trancezustand.


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