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Johanniskraut – das natürliche Antidepressivum

Hintergrund

Johanniskraut (lat. Hypericum perforatum L.) ist in Europa bzw Asien zu Hause und stammt aus der Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse). Das Johanniskraut oder auch Blutkraut (aufgrund der roten Farbe, die die Blüten absondern) genannt, erreicht bis zu einen Meter Wuchshöhe und findet seit der Antike sowohl innerlich als auch äußerlich  – sowohl physisch als auch psychisch – eine erfolgreiche Anwendung in der Medizin. Es wächst vor allem auf Wiesen, in lichten Wäldern und kann auch an Wegrändern gefunden werden.

Das Johanniskraut hat goldgelb leuchtende Blüten und erinnert deshalb an die wohltuende Wärme der Sonne. Hält man die Blüten gegen das Licht, erkennt man winzige Bläschen aus Öl, die die Basis für Johanniskrautöl darstellen. Die Pflanze nimmt an Sommertagen die Sonnenstrahlen in sich auf und gibt sie im Winter an die Menschen, die die Pflanze verwenden, wieder ab und wärmt diese von innen heraus.

Die stimmungsaufhellende Wirkung, für die Johanniskraut bekannt geworden ist, ist inzwischen selbst von der Schulmedizin bestätigt worden.

Eigenschaften von Johanniskraut

Johanniskraut wirkt ähnlich wie chemische Antidepressiva stimmungsaufhellend, stimmungsstabilisierend und beruhigend indem es die Wiederaufnahme von Botenstoffen (Neurotransmittern) im Gehirn hemmt. Anders als bei chemischen Antidepressiva muss Johanniskraut jedoch über einen längeren Zeitraum täglich (mindestens vier bis sechs Wochen) eingenommen werden, bis es seine Wirkung vollständig entfalten kann.

Die Anwendungsgebiete des Johanniskrauts umfassen also hauptsächlich leichte bis mittelschwere Depressionen, Stimmungsschwankungen und Angst bzw Unruhezustände.

Da das Johanniskraut allerdings auch Substanzen wie Hypericin und Flavonoide enthält, die antiviral und entzündungshemmend wirken, kann  Johanniskraut ebenfalls bei stumpfen Verletzungen, Verdauungsbeschwerden oder aber auch erfolgreich bei leichten Verbrennungen (Verbrennungen des 1. Grades) eingesetzt werden.

Medizinische Verwendung

Innerliche Anwendungen:

  • bei Angst und nervöser Unruhe
  • Stimmungsschwankungen
  • depressive Verstimmungen, die auf starke psychische Belastungen wie Trauer und Alltagsstress zurückgehen
  • psychovegetative Störungen
  • Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis)

Äußerliche Anwendungen (mit Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt):

  • Behandlung von stumpfen Verletzungen, wie etwa Prellungen und Zerrungen – das Öl wirkt hier kühlend und schmerzlindernd
  • Muskelschmerzen (Myalgien)
  • Bei leichten Verbrennungen und Stichverletzungen
  • Bei leichten Verdauungsbeschwerden
  • Bei trockener und schuppiger Haut (Neurodermitis)
  • Für Massagen bei Menschen, die zu Winterdepression neigen. Das Öl gibt eine angenehme Wärme ab, entspannt das Gemüt und hebt die Stimmung des behandelten.

Johanniskraut gibt es in verschiedenen Darreichungsformen: Tee, Filmtabletten, Pflanzensaft, Pulver, Tinktur, Creme, Salbe und Öl (auch Rotöl genannt).

Vorbehalte

  • Hypericin kann bei besonders hellhäutigen Menschen zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit führen, welche zu schädlichen, sonnenbrandähnlichen Reaktionen führen kann. Haut und Augen sollten bei der Einnahmen von Johanniskraut deshalb besonders geschützt werden.
  • Johanniskrautöl sollte bei Überempfindlichkeit bzw Allergie nicht verwendet werden. Hierfür am besten immer vorher einen Allergietest durchführen! Ein Tropfen Johanniskrautöl auf die Armbeuge geben und die Reaktion der Haut beobachten. Treten Anzeichen einer Allergie auf, die Anwendung sofort abbrechen.
  • Zu den häufigsten möglichen, jedoch eher selten auftretenden Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwitzen, Schwäche und Schwindel.
  • Johanniskraut kann mit zahlreichen Medikamenten wechselwirken (z.B. Arzneimittel gegen HIV/AIDS) und unter anderem die Wirkung chemischer Antidepressiva verstärken und sollte deshalb nicht zusammen eingenommen werden. Lassen Sie sich  immer erst in der Apotheke beraten lassen und konsultieren Sie einen Arzt oder Heilpraktiker ihres Vertrauens. Von einer Eigenmedikation wird dringend abgeraten. Bei sehr schweren Depressionen ist die Einnahme von Johanniskraut nicht empfehlenwert.
  • Schwangere und Stillende sollten auf die Einnahme von Johanniskraut verzichten.

 

 

 

 



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