Krankheiten alternativ behandeln

Alternative Behandlung mit Naturheilkunde

Was ist Naturheilkunde?

NaturheilkundeDie Naturheilkunde ist sehr vielfältig und beinhaltet nahezu alles was in der Natur vorgefunden und therapeutisch verwendet werden kann. Allen naturheilkundlichen Therapien ist jedoch eines gemeinsam: Die körpereigene Abwehr eines Patienten soll aktiviert bzw. zu gesteigert werden, damit dieser sich schließlich selbst heilen kann. Denn so wie Hippokrates sagte: Medicus curat, natura sanat.

Der Arzt behandelt Patienten zwar, letztendlich ist es aber die Natur, die einen Menschen heilt.

Zur Naturheilkunde gehören eine Reihe von nicht-medikamentösen Therapien, die sogenannten Naturheilverfahren, sowie andere Therapien mit bestimmten Arzneimitteln die aus natürlichen Quellen stammen und auch Naturheilmittel genannt werden.

Methoden der Naturheilkunde im Überblick

Phytotherapie:

Heilen mit der NaturPflanzen sind seit Jahrhunderten fester Bestandteil der Medizin und genau betrachtet stellen sie sogar die Anfänge der Medizin dar. Die Phytotherapie dient der Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten mit Hilfe von Pflanzen, Pflanzenteilen und deren Zubereitungen in Form von Tee, Extrakten, Pulver und vergleichbares. Pflanzliche Arzneimittel bezeichnet man in der Medizin auch als Phytopharmaka. Um  diese Phytopharmaka herzustellen können folgende Pflanzenteile verwendet werden: Blätter, Blüten, Früchte, Knospen, Samen, Wurzeln, Rinde und Zwiebeln. Entscheidend für die Wirksamkeit der Therapie ist jedoch die Qualität der Rohstoffe, der Wirkstoffgehalt und die Zubereitungsart.

Die Wirkung der Heilpflanzen stammt aus der komplexen Zusammensetzung aus ätherischen Ölen, Bitterstoffen, Mineralstoffen und Spurenelementen und Vitaminen. Bei einer Eigenmedikation sollte man stets die Grenzen der Phytotherapie bedenken und niemals über längeren Zeitraum hohe Dosen eines Arzneimittels Einnehmen, da auch eher unscheinbare Pflanzen Nebenwirkungen haben können, die nicht zu unterschätzen sind.

Ernährungstherapie/Diätetik:

Dient zur Vorbeugung von Krankheiten oder zur Wiederherstellung bzw Aufrechterhaltung der Gesundheit. Als für die Gesundheit förderlich werden Lebensmittel bezeichnet, die möglichst frisch und unverarbeitet sind. Sinnvoll ist eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffen und möglichst vielen Lebensmitteln mit einer hohen Dichte an Nährstoffen.

Bewegungstherapie:

Ist Teilgebiet der physikalischen Medizin und wird bei Schwierigkeiten am Bewegungsapparat, insbesondere im Rahmen eines Rehaprogrammes eingesetzt. Eine Bewegungstherapie stellt die Bewegung und die Kraft im Muskelgewebe wieder her und kann dazu beitragen, dass der Patient bis ins hohe Alter seine Selbständigkeit im Alltag beibehalten kann. Die Bewegungstherapie kann auch bei folgenden Beschwerden eingesetzt werden: Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch im Rahmen einer der Psychotherapie, denn gut dosierte Bewegung hilft bei der Heilung auf allen Ebenen.

Ordnungstherapie

Die Ornungstherapie beinhaltet Selbsthilfestrategien, die die Gesundheit eines Patienten erhalten und fördern sollen. So kümmert sie sich also um die Lebensgestaltung und versucht gesunde Gewohnheiten im Alltag einer Person herzustellen. Diese können folgende sein: eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Entspannung, die Pflege sozialer Kontakte und eine angemessen dosierte Bewegung im Alltag.

Hydro- und Balneotherapie

KneippbeckenBei der Hydrotherapie (Wasserheilkunde) wird Wasser zur Heilung und Linderungen von Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. In Deutschland wurden die sogenannten Wasserkuren vor allem durch den Pfarrer Sebastian Kneipp weiterentwickelt und bekannt gemacht. Im Rahmen einer Hydrotherapie werden Eis, warmes, kaltes und heißes Wasser und Dampf eingesetzt.  Hydrotherapie wirkt positiv auf den Gefäßtonus, den Stoffwechsel, die Durchblutung, Atmung, Gelenke, Muskulatur und die inneren Organe.

Die Balneotherapie (Bädertherapie) kann als eine Form der erweiterten Hydrotherapie verstanden werden. Es werden zusätzlich zu den medizinische Bädern noch Trinkkuren und Inhalationen genutzt.

Anwendungsbeispiele für Hydro- und Balneotherapie sind: Dampfbäder, Sitzbäder, Kneipp-Bäder, Wickel, Packungen, mineralische Bäder, Whirlpool-Bäder, Wassertreten, Arm- und Fußbäder etc.

Atemtherapie

Ist ein Verfahren, die die Atmung verändert und somit den Körper bzw das Wohlbefinden beeinflussen kann. Die Atemtherapie entspannt die Atemmuskulatur, mobilisiert den Brustkorb und kann diverse Krankheiten vorbeugen.

Aromatherapie:

Ist ein Teilgebiet der Phytotherapie und kann die physische bzw psychische Gesundheit positiv beeinflussen. Es kommen heutzutage hauptsächlich ätherische Öle zum Einsatz. Einige Anwendungsbeispiele: Massagen mit Aromaölen, Dampfinhalationen, Aroma-Bäder, Geruchspflaster. Bestimmte ätherische Öle können auch oral eingenommen werden, da sie antiseptische Wirkungen haben und somit Krankheitserreger – zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung – bekämpfen können.

Massage-Therapie: 

NackenmassageEine Massage ist ein Verfahren, in dem ein Patient ausschließlich mit den Händen bzw anderen Körperteilen wie Ellbogen, Füße etc (hauptsächlich in der Thaimassage) behandelt wird. Die Wirkung dieser Therapie entfaltet sich über mechanische Reize, die auf Haut, Muskeln usw in Form von Druck, Zug, streichen, kneten, klopfen, Vibrationen, Dehnung, Reibung ausgeübt wird.

In der Regel dauert eine Massage 15 bis 60 Minuten und wird durch speziell ausgebildete Masseure oder aber auch Physiotherapeuten durchgeführt.

Einige Arten von Massage:

  • Breuß-Massage: Ist eine sanfte Rückenmassage, zur Streckung der Wirbelsäule bzw Entlastung der Bandscheiben und wurde nach dem gleichnamigen österreichischen Heilpraktiker benannt.
  • Klassische Massagen: Sind in Deutschland vor allem die sogenanten Sportmassagen. Hauptziel dieser Massagen ist Entspannung von Muskeln.
  • Akupressur: Ist ein Teilgebiet der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und eng mit der Akupunktur verwandt, da nach gleichem Prinzip – also nach der Lehre der Meridiana bzw Energieleitbahnen – vorgegangen wird. Es wird nur mit den Fingern auf bestimmte Punkte des Körpers sanfter bis mittelstarker Druck ausgeübt, um den Energiehaushalt zu harmonisieren und Krankheiten vorzubeugen oder zu lindern bzw zu heilen.
  • Ayurveda-Massage: Ist eine Massage mit Kräuterölen und sanften Streichbewegungen. Der ayurvedischen Medizin nach hat diese Art von Massage eine entgiftende und beruhigende Wirkung.
  • Thai-Massage: Kann man sich als eine Art passives Yoga vorstellen. Der Patient wird vom Therapeuten in bestimmte Dehnpositionen gebracht, die eine Zeit lang gehalten werden und teilweise an Yoga erinnern. Zur Massage werden Hände, Füße, Ellbogen und Knie eingesetzt. Der Tradition zu Folge laufen Energielinien durch den ganzen Körper, die mit in der Thai-Massage mit relativ starkem, rhythmischem Druck stimuliert werden können. Eine Thai-Massage ist eher anregend und energetisierend.

Ausleitende Verfahren

  • Entsäuerungsprogramme: können beispielsweise vier Wochen lang durchgeführt werden und bestehen in der Regel aus folgenden Komponenten: Basenbäder zur Ausleitung von Schlacken über die Haut, eine Ernährungsumstellung auf überwiegend basische Kost, Einnahme von bestimmten Substanzen wie zum Beispiel Bentonit, Spirulina oder Bitter-Basenpulver, um die Entsäuerung zu unterstützen und ähnliches.
  • Leberreinigung: kann aus folgenden Dingen bestehen: aus einer basenbetonten Ernährung, Darmreinigung, Einnahme von Bitterstoffen (z.B. Löwenzahnextrakt, Kräutermischungen, Bitterbasenpulver…), Curcumin (in Kurkuma enthalten), Mariendistel- und Artischockenextrakten, Probiotika.
  • Darmreinigung: Durch zum Beispiel Colon-Hydro-Therapie (der Darm wird durchgespült), die von einem erfahrenen Heilpraktiker durchgeführt werden kann.
  • Lymphreinigung: Durch spezielle Kräutertees, ausreichend Bewegung und Massagen
  • Nierenreinigung: Durch Kräutermischungen, viel Trinken von Wasser, um die Nieren gut durchzuspülen.

Weitere ausleitende Verfahren:

  • Baunscheidt-Therapie: wurde von Carl Baunscheidt erfunden und ist ein Verfahren, bei dem die Haut (ähnliche wie bei einem Mückenstich) gereizt wird. Dazu wird der sogennante Lebenswecker genutzt, um winzige Stiche auf der Haut zu produzieren. Anschließend wird ein Öl auf die Stelle getragen, um die Durchblutung dieser Körperpartie anzuregen.
  • Blutiges Schröpfen: Schröpfen ist ein Teilgebiet der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei dem an bestimmten Stellen des Körpers mit einem Schröpfglas Unterdruck erzeugt wird, um zum Beispiel Muskelverhärtungen entgegenzuwirken. Beim blutigen Schröpfen wird die Haut kurz vor dem Schröpfen leicht verletzt, damit das Blut heraustreten kann, welches bei akuten Schmerzen Linderung verschaffen kann.
  • Aderlass: Ist ein in der Antike entwickeltes Verfahren, bei dem einem Patienten wenige ml venöses Blut, maximal 500, entnommen werden. Ziel dieser Therapie ist die Verdünnung des Blutes, um die Fließeigenschaften desselben zu verbessern.
  • Blutegeltherapie: hier wird die Ausscheidung von Schlacken über das Blut mittels von Blutegeln begünstigt, um den Körper zu entlasten. Dazu lassen sich Patienten von Blutegeln beißen. Die Bisse schmerzen nicht, da Blutegel eine bestimmte Substanz im Speichel haben, die die gebissene Stelle umgehend betäubt.
  • Heilfasten: dient der Entschlackung und Regeneration des Körpers.  Einige bekannte Arten des Fastens sind: Teefasten, Buchinger-Heilfasten, Mayr-Kur, Schrothkur.

 

 



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