Krankheiten alternativ behandeln

Alternative Behandlung mit Reflexzonenmassage

Hintergrund

ReflexzonenmassageDie Reflexzonenmassage oder auch Reflexzonentherapie ist eine alternative Behandlungsmethode die weltweit von Millionen von Menschen in Anspruch genommen wird und auch ein fester Bestandteil im Wellnessbereich ist, da sie nicht nur Beschwerden lindern sondern ebenso entspannen und das allgemein das Wohlbefinden steigern kann. Die sogenannten „Reflexzonen“ sind über das Nervensystem mit bestimmten Teilen des Körpers, wie zum Beispiel Gliedmaßen und Organe verbunden. Manipuliert, drückt und knetet man also entsprechende Bereiche, stimuliert man gleichzeitig bestimmte Organe und entferntere Körperteile mit. Anhand der verschiedenen Punkte bzw Reflexzonen lassen sich unter anderem aber auch verschiedene Krankheitsbilder vorzeitig diagnostizieren und andere Therapien (zum Beispiel Physiotherapie, Schmerztherapien) sinnvoll ergänzen.

Ursprünge hat die Reflexzonenmassage in der ayurvedischen Massagetradition, der Akupressur, der chinesischen Tuina und in der Thai-Massage. Begründer der neuen westlichen Reflexzonenmassage ist jedoch der amerikanische Arzt William Fitzgerald. Fitzgerald entwickelte ein System, in dem der Körper in zehn Zonen eingeteilt wurde. Dieses von ihm entwickelte Konzept wurde die Grundlage für die heutige Reflexzonenmassage, welche von Amerika über England schließlich zu uns nach Deutschland gefunden hat. Mittlerweile gibt es zwar recht unterschiedliche Varianten der Reflexzonenmassage, jedoch ist allen Varianten immer noch gemeinsam, dass es verschiedene Reflexzonen auf der Haut gibt, die eine direkte Verbindung zu bestimmten Körperbereichen haben.

Wie wirkt eine Reflexzonenmassage?

NackenmassageMit speziellen Massagetechniken werden die unterschiedlicehn Reflexzonen an Füßen, Händen und Ohren manipuliert, um Organe und andere Gewebsstrukturen wie Muskeln, Nerven, Sehnen oder Bänder zu behandeln. Die Wesentliche Annahme der Reflexzonentherapie beruht darauf, dass der Druck auf bestimmte Stellen der Haut weiter entfernte Bereiche des Körpers mitbeinflusst und diese somit mittherapiert werden können. Die Reflexzonenmassage geht also davon aus, dass alles im Körper miteinander vernetzt ist und so wechselseitige Stimulationen hervorgerrufen werden können. Beispiel: es wird ein bestimmter Punkt an der Außenseite des Fußes stimuliert, um so den Verdauungstrakt anzuregen und eventuelle Verdauungsbeschwerden zu lindern oder gar zu beseitigen.

Da viele Krankheiten auch stressbedingt sind und man im Arbeitsalltag mitunter öfter mehrere Stunden am Schreibtisch sitzt, kann es häufig zu muskulären Verspannungen kommen, die sowohl die Leistungsfähigkeit des Bewegungsapparates einschränken aber auch einen negativen Einfluss auf bestimmte Organfunktionen haben können. Indem im Rahmen einer Massage Druck auf das Gewebe ausgeübt wird, lösen sich die Verspannungen nach und nach und die Durchblutung bzw Genesung wird wieder angeregt und eventuell vorhandene Schmerzen gelindert. Einige Wissenschaftler vermuten, dass diese Fernwirkung über die Faszien ermöglicht wird. Faszien sind Bestandteil des Bindegewebes, durchdringen den ganzen Körper und bilden so ein großes Netzwerk, welches von nahezu überall erreicht und somit manipuliert werden kann.

Heilpraktiker nutzen die Reflexzonenmassage auch unterstützend zur Diagnostizierung von Krankheiten. Es werden so im Rahmen einer körperlichen Untersuchung bestimmter Punkte (meistens an Händen und Füßen) abgetastet. In der Regel wird bei der Berührung dieser bestimmten Reflexzone, deren zugeordnetes Organ nicht optimal arbeitet, Schmerz oder Unwohlsein empfunden.

Der Behandlungsablauf

Als erstes erhebt der Therapeut eine kurze Anamnese (Krankheitsgeschichte) des Patienten, um eventuelle Risiken auszuschließen. Danach informiert der Therapeut in der Regel über bestimmte Nebenwirkungen, Risiken und die Wirkung der Reflexzonenmassage und bittet den Patienten ein Formular zu unterschreiben, in welchem steht, dass er all diese Informationen zur Kenntnis genommen und verstanden hat. Daraufhin werden meistens noch eventuell vorhandene Fragen von seitens des Patienten geklärt und schließlich mit der Behandlung begonnen.

FussmassageEs wird – je nach Beschwerde – entweder an den Füßen, Ohren, Händen oder einer Mischung aus allen Bereichen gearbeitet, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Jeder Patient reagiert und empfindet Berührungen an unterschiedlichen Bereichen des Körpers etwas anders und die Therapie kann in einem Körperbereich bevorzugt werden und dort besser ansprechen. Werden zum Beispiel gute Ergebnisse mit der Fußmassage erbracht, dann kann man für die nächste Behandlung wieder an den Füßen arbeiten und so weiter.

Werden die Füße ausgewählt, wird der Therapeut einen Patienten bitten sich mit bequemer Kleidung auf eine Massageliege zu legen. Die Füße werden anschließend mit warmem Wasser und Seife gewaschen und auf eventuelle Verletzungen hin vom Therapeuten untersucht. Eine Behandlung dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und wird in der Regel als entspannend und belebend empfunden. Es können hin- und wieder leichte Schmerzen aufgrund von Verspannungen auftreten, jedoch wird der darauf ausgeübte Druck eher als befreiend empfunden. Sollten Schmerzen ausgelöst werden, so sind diese also meist aushaltbar.

Die Sitzungen werden meist mit dem Rat beendet, dass Patienten nach der Behandlung vermehrt Wasser trinken und für den Rest des Tages keine sehr anstrengenden körperlichen Tätigkeiten mehr nachgehen sollen, damit sich die Muskeln erholen können und nicht sofort neue Verspannungen auftreten.

 

Wann Reflexzonenmassagen eingesetzt werden kann

  • Bei Durchblutungsstörungen
  • Zur Schmerzlinderung bei AIDS, Osteoarthritis, Nierensteinen, Operationsschmerzen etc
  • Zur Steigerung des Allgemeinen Wohlbefindens und zur Entspannung (hauptsächlich im Wellnessbereich)
  • Zur Stärkung des Immunsystems bzw Aktivierung der Selbstheilungskräfte
  • Bei abgeklärten Störungen von Organsystemen: Kreislauf, Nerven- und Hormonsystem, Verdauung, Atmungssystem etc
  • Chronische Erschöpfung  und psychosomatische, auf Stress beruhende Krankheitsbilder mit Symptomen im Blutkreislauf – zum Beispiel als Ergänzung zur Psychotherapie
  • Neuralgien (Nervenschmerzen)
  • Verhärtungen bzw Verspannungen der Muskulatur und Fehlhaltungen als Ergänzung zu parallel verlaufenden Schmerz- und Physiotherapien
  • Zur Prophylaxe und Erhaltung einer stabilen Gesundheit
  • Spastiken (Krämpfe), Sensibilitätsstörungen und Paresen (Lähmungen)
  • Bei Lymphödemen
  • Hormonellen Beschwerden und Beschwerden in den Wechseljahren
  • Zur Linderung von Bluthochdruck und Inkontinenz
  • Bei Multipler Sklerose

Vorbehalte

  • Reflexzonenmassagen sollten nicht durchgeführt werden, wenn einer der Folgenden Beschwerden bzw Krankheiten vorhanden sein sollten: Offene Wunden, bei diabetischen Füßen, Krampfadern, chronischer Bluthochdruck, ausgeprägte Entzündungen im Venen- und Lymphsystem, akuten Infektionskrankheiten mit hohem Fieber, Morbus Sudeck im Stadium 1, Lungenemphysem, Osteoporose und, Frakturen am Fuß und Fußpilz (bei Reflexzonenmassage am Fuß).
  • Eine Periostmassage ist nicht ratsam bei Tumoren und Osteoporose.
  • Schwangere und Kleinkinder sollten nur nach Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker eine Reflexzonenmassage erhalten.
  • Mögliche Nebenwirkungen: Muskelkater, erhöhte Mobilität der Gelenke, Ausschlag (verursacht durch Toxine, die den Körper verlassen) vermehrter Harndrang, Durchfall, starkes Durstgefühl, Nervosität, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Diese Nebenwirkungen halten in der Regel jedoch nur für maximal 24-48 Stunden an und sind nicht gefährlich!
  • Bei sehr starkem Muskelkater sollten keine intensiven Massagen durchgeführt werden, da diese den Muskelkater in der Regel verstärken können.
  • Andere Kontraindikationen für die Fußreflexzonenmassage: akute rheumatische Erkrankungen, Gelenkenzündungen, akuter Fersensporn.
  • Grundsätzlich ist es zu empfehlen, dass ein ausgebildeter Therapeut die Massagen ausführt, da bei unsachgemäß durchgeführten Massagen ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht.


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